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--sdrnoise on Twitter


Das Metalab ist keine von allein materialisierte Einrichtung, im strengen Sinn auch kein Gemeingut, sondern einfach ein gemeinschaftlich betriebener Raum. Durchaus aus Eigennutz seiner Mitglieder, die zu Hause oder sonstwo nicht diese Gerätschaften haben (wollen) die eine gemeinsame Werkstätte bietet. Sharing der Ressourcen ist sinnvoller und billiger. In der Satzung findet sich aber auch der Wissensaustausch und die Einbeziehung der Allgemeinheit, mehr philantrophisch aber letzlich ebenso ein Eigeninteresse. Ebenso die internationale Ausbreitung.

Dank an jene Leute, die mit ihren Mitglieds- und sonstigen Beiträgen das Lab vielleicht schon durch viele Jahre tragen und dafür sorgen, dass es als ein ziemlich offener Space geführt wird, wo Menschen einfach teilhaben und die Einrichtungen mitnutzen können, auch wenn sie selbst nichts beigetragen haben. Das ist gewollt so. Wennn die Person dann feststellt, dass sie das Lab öfter nutzen und unterstützen will, dann folgt früher oder später ohnedies ihr Mitgliedsantrag. Bei einer Reihe von bedürftigen members wurde der finanziellen Beitrag temporär ausgesetzt oder verringert, um die Zahlungsschwäche zu überdauern ohne auszugrenzen. Die Gemeinschaft trägt das. Denn Miete, Strom und Gas muß normal gezahlt werden.

Mit mehr Einkünften aus Mitgliedsbeiträgen wäre auch ein größerer Space möglich, so muß man mit den latenten Platzproblemen leben. Wenn nun aber jemand vorschlägt, im Monatsrythmus Women*-only-Veranstaltungen (ggf. noch weitere für andere unterrepresentierte Non member Gruppen) zu machen und die men-Members statutarisch für diesen Zeit aus dem von ihnen mitfinanzierten gemeinsamen Raum raus bittet, dann scheint es mir sinnvoll, den Umfang für ein solches Entgegenkommen zu begrenzen. In Statuten eines Hackspace den ich selbst nutzen möchte, will ich auch keine schrankenlosen Ermächtigungen. Und wohin ich spende, wo ich Fördermitglied werde und welches Soli-Abo ich bestelle, entscheide ich dann doch lieber ganz allein.

Metalab hat 2009 maßgeblich dazu ermuntert, dass Stefanie das Mz Balthazar's Lab vom Uni-Projekt in Schweden zu Gruppentreffen und einem Feminist Hackspace in Wien machte. Anfangs durch Einrichtung, den Infopool an Auskenner*innen aber auch jahrelang Mailinglisten. Einen Fall eines Erklärbärs (eigentlich für alle und jede, und hier dann ohne besondere Fertigkeit und Fachkenntnis) hatte ich leider selbst beobachtet. Nicht nur das zeigt leider, dass *-only schon noch Sinn macht. Teilweise musste das Lab allerdings auch einerseits als Watschenmann für bashing aus Berechnung herhalten und für die "street cred" andererseits.

Du hingegen wirst gewiss ganz selbstverständlich deine Wohnung oder WG für einen guten Zweck einmal im Monat für ein paar Stunden (oder einen Tag) räumen und gehst dann halt zu Freunden, ins Kino, ins Museum oder einfach raus. Sollten wir alle tun, oder? Beim politischen Kampf gleich mal bei uns anfangen - oder doch nur andere boundaries in die Tonne kicken?

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl